Inhalt
Motivation
Die folgenden Grundsätze sollen den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern als Orientierung dienen, ohne eine Verpflichtung zur Nutzung dieser beschriebenen Grundsätze darzustellen.
Als KAMO: Karlsruhe Mobility Leistungszentrum halten wir die freie Bereitstellung von Forschungsergebnissen, bezeichnet als »Open Science«, für einen wichtigen Baustein, um sicherzustellen, dass Resultate. Stattdessen sollen künftige Forschungsarbeiten ebenso wie praktische Anwendungen in Wirtschaft und Gesellschaft so direkt wie möglich von aktuellen Daten und Erkenntnissen profitieren, und so nahtlos wie möglich auf dem aufbauen können, was schon entwickelt wurde.
Aus diesem Grund setzen wir uns in einer Open-Science-Strategie gemeinsame Ziele, die beschreiben, wie wir in der täglichen Praxis zu offener Wissenschaft beitragen, und welches Zukunftsbild wir damit langfristig gestalten wollen. Die Strategie gibt unseren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in ihrer Tätigkeit Orientierung, und definiert gleichzeitig, welche Angebote wir im Leistungszentrum für unsere Forschenden ausbauen, um den Transfer der Ergebnisse zu erleichtern.
Hintergrund
Der Begriff »Open Science« beschreibt die frei zugängliche Bereitstellung von Ergebnissen aus Wissenschaft, Forschung und Entwicklung, insbesondere über »Open Source« (offener Quellcode), »Open Access« (offen zugängliche wissenschaftliche Publikationen), sowie »Open Data« (offene Datensätze). Auch die offene Bereitstellung von Standards wird beispielsweise unter dem Begriff »Open Science Infrastructure« dazu gezählt. Die jeweiligen Kategorien verfügen über konkrete Ausgestaltungen und Anforderungen, die weitgehend etabliert sind.
»Open Science« ist verwandt mit den Konzepten »FAIR Data« (Daten, die auffindbar, zugänglich, interpretierbar und wiederverwendbar sind), und »FRAND«-Lizenzierung (Lizenzbedingungen, die fair, angemessen und diskriminierungsfrei sind), die auch eine kostenpflichtige Weitergabe einschließen. Alle diese Konzepte sollen sicherstellen, dass Entwicklungen und Forschungsergebnisse breit, niederschwellig und diskriminierungsfrei zugänglich sind.
Open Science
Was ist das?Der Begriff »Open Science« beschreibt die frei zugängliche Bereitstellung von Ergebnissen aus Wissenschaft, Forschung und Entwicklung, insbesondere über »Open Source« (offener Quellcode), »Open Access« (offen zugängliche wissenschaftliche Publikationen), sowie »Open Data« (offene Datensätze). Auch die offene Bereitstellung von Standards wird beispielsweise unter dem Begriff »Open Science Infrastructure« dazu gezählt. Die jeweiligen Kategorien verfügen über konkrete Ausgestaltungen und Anforderungen, die weitgehend etabliert sind.
FAIR Data
Was ist das?FRAND-Angebote
Was ist das?Der Begriff »FRAND« beschreibt Angebote und Lizenzbedingungen, die »fair«, »angemessen« (engl.: reasonable) und »diskriminierungsfrei« (engl.: non-discriminatory) sind. Er wurde ursprünglich insbesondere in Bezug auf Patente verwendet, die in Standardisierung einfließen, wird mittlerweile aber auch auf weitere – insbesondere digitale – Anwendungen übertragen.
Kommerzielle Angebote in einer Open-Science-Strategie?
Das KAMO: Karlsruhe Mobility Leistungszentrum hat anwendungsorientierte Forschung im Fokus, die Mehrwerte für Unternehmen, öffentliche Auftraggeber und zivilgesellschaftliche Organisationen schafft. So sollen Forschungsergebnisse schneller und niederschwelliger in die Praxis gelangen, und dort zur Wertschöpfung beitragen. Die Mechanismen dazu sind in der deutschen Forschungsstruktur verankert, die nicht rein über Steuermittel finanziert sein soll: Universitäten und Hochschulen können wirtschaftlich tätig sein, und ihre Forschung auch über Drittmittel, beispielsweise von Unternehmen, finanzieren. Die im Leistungszentrum beteiligten außeruniversitären Forschungseinrichtungen, das FZI Forschungszentrum Informatik, sowie die vier Institute der Fraunhofer-Gesellschaft, haben sogar die institutionelle Aufgabe, einen relevanten Teil ihrer Mittel durch Projekte für und mit gewerblichen Anwendern zu bestreiten.
So können Unternehmen, insbesondere kleine und mittlere Unternehmen (»KMU«), von der starken Forschungsinfrastruktur und aktuellen Kompetenzen profitieren, und sie in innovative Produkte und Dienstleistungen einfließen lassen – umgekehrt stärkt entsprechende Auftragsforschung wiederum den Ausbau der Forschungsinfrastruktur und der Kompetenzen. Das ermöglicht eine Forschungslandschaft, in der wirtschaftliche Werte geschaffen werden, während öffentliche Förderung stets gewährleistet, dass die Institutionen unabhängig und neutral die Aufgabe wahrnehmen können, neueste wissenschaftliche Erkenntnisse frei zugänglich zu machen.
Indem wir unsere Open-Science-Strategie in den Kontext von wirtschaftlichen Angeboten einordnen, bekennen wir uns zu der Perspektive, dass die offene Bereitstellung und Weiterentwicklung von Wissen unsere gemeinsame Hauptaufgabe ist, aber erkennen auch an, dass . Wir möchten im Rahmen unserer Open-Science-Strategie erklären, wie wir die Balance zwischen freien und wirtschaftlichen Angeboten angehen – und wir beides miteinander kombinieren, um unser Zielbild zu erreichen: Das barrierearme Wachstum von freiem, offenem Wissen für eine freie, offene, internationale Gemeinschaft – und die Stärkung von wirtschaftlich relevanter und tragfähiger Forschung durch faire, marktneutrale Angebote für wirtschaftliche und zivilgesellschaftliche Anwender.
Leitbild
Das KAMO: Karlsruhe Mobility Leistungszentrum bekennt sich zu der gezielten Förderung von Open Science, insbesondere in seinen Dimensionen Open Source, Open Access und Open Data, in Verbindung mit verwandten Konzepten wie »FAIR«e Daten und »FRAND«-Lizenzierung. Wir unterstützen aktiv die Bereitstellung von Forschungsergebnissen im Sinne der Open Science, ebenso wie Maßnahmen zur einfachen Auffindbarkeit und Nutzbarkeit von Forschungsergebnissen. Wir betrachten diese Entwicklungen als Teil der internationalen Bemühungen der Forschungsgemeinschaft, die barrierearme Verbreitung und Nutzung von Wissen zu stärken, und möchten als Leistungszentrum zu diesen Aktivitäten einen anschlussfähigen Beitrag leisten.
Das KAMO: Karlsruhe Mobility Leistungszentrum bekennt sich zu der gezielten Förderung von Open Science, insbesondere in seinen Dimensionen Open Source, Open Access und Open Data, in Verbindung mit verwandten Konzepten wie »FAIR«-Daten und »FRAND«-Lizenzierung. Wir unterstützen aktiv die Bereitstellung von Forschungsergebnissen im Sinne der Open Science, ebenso wie Maßnahmen zur einfachen Auffindbarkeit und Nutzbarkeit von Forschungsergebnissen. Wir betrachten diese Entwicklungen als Teil der internationalen Bemühungen der Forschungsgemeinschaft, die barrierearme Verbreitung und Nutzung von Wissen zu stärken, und möchten als Leistungszentrum zu diesen Aktivitäten einen anschlussfähigen Beitrag leisten.
Als Vereinigung für anwendungsorientierte Forschung betrachten wir Open Science nicht als Widerspruch zu wirtschaftlichen Entwicklungen und Anwendungen, sondern als ein Befähiger für ein wirtschaftliches Wachstum, das sich auf international wettbewerbsfähige Wertschöpfung und die dynamische Anpassung an neue Erkenntnisse gründet. Open Science soll in diesem Sinne zu einem offenen Markt an lebendigen Lösungen beitragen. Sie soll ermöglichen, dass Forschende das bestehende Wissen so direkt wie möglich weiterentwickeln können, und dass Unternehmen es unter transparenten und neutralen Bedingungen in die Anwendung bringen können.
Umsetzungswege
Wir setzen insbesondere auf die Wege »Quellcode«, »Daten«, »Publikationen« sowie »Standardisierung und Normung«.
Quellcode und Open Source
Im Rahmen von Forschungsarbeiten entstehen vielfältige Softwareentwicklungen, von kleinen Hilfsfunktionen bis hin zu komplexen und großen Softwareprojekten und auch fortgeschrittenen KI-Modellen und -Systemen. Teilweise unterstützen diese Lösungen die Forschungsarbeit, teilweise sind sie aber auch integraler Bestandteil des Ergebnisses, oder das Ergebnis selbst.
Wir verfolgen aktiv die Bereitstellung von Forschungs- und Entwicklungsergebnissen als Open Source – durch die Bereitstellung eigener Projekte als offener Quellcode, aber auch durch die Beteiligung an etablierten Open-Source-Projekten. Wir legen dabei die Definition der »Open Source Initiative« zugrunde. Die Wahl einer geeigneten Lizenz ist einzelfallspezifisch, und wird von der bereitstellenden Organisation und den bereitstellenden Forschenden getroffen. Wir geben die folgenden Leitlinien an die Hand.
Entscheidung und Parameter der Weitergabe
- Die Weitergabe von Quellcode wird allgemein stark ermutigt. Auch für kleinere Hilfsfunktionen kann eine Weitergabe andere Forschungsarbeiten erheblich stützen. Wenn Quellcode, Software oder KI-Ergebnisse ein explizites Forschungsergebnis sind, und das Forschungsergebnis publiziert wird, wird deutlich zur Weitergabe des Quellcodes geraten – vorzugsweise direkt im Rahmen der Publikation, um die wissenschaftliche Qualitätsprüfung zu ermöglichen.
- Die Weitergabe von Quellcode soll die folgenden Abwägungen berücksichtigen:
- Schutz von geltenden Urheberrechten und Vertraulichkeitserklärungen, die potenziell mit Projektpartnern bestehen.
- Die Berücksichtigung von Exportkontrollen und -einschränkungen.
- Betreffende Lizenzbedingungen von integriertem Code dritter Entwickler (s.u.)
- Der Code soll, abhängig von Einsatzzweck und Komplexität, eine hinreichende Qualität in Bezug auf Lesbarkeit, Wartbarkeit, Dokumentation und funktionalen Tests umfassen. Etablierte Dokumentationsformate der jeweiligen Programmiersprachen sind bevorzugt zu nutzen.
- Sofern kritische Funktionen enthalten sind, sind Aspekte der Cybersicherheit zu berücksichtigen.
- Sofern relevante Teile des Codes KI-generiert sind, ist dies kenntlich zu machen.
- Technische Anforderungen an die Nutzung sollten klar beschrieben werden.
- Abhängigkeiten von geschlossenen, kommerziellen Lösungen sollten vermieden oder minimiert werden, soweit im Anwendungsfall sinnvoll.
- Eine Weitergabe soll bevorzugt über offene Plattformen mit Versions-Management und Nutzerfeedback, wie GitHub oder GitLab erfolgen.
Lizenzen und Lizenzbedingungen
- Sofern bestehender Open-Source-Code integriert wird, ist auf die damit verbundenen Lizenzbestimmungen zu achten. Die Urheberschaft und Quelle jedes verwendeten Projekts sind in jedem Fall deutlich kenntlich zu machen.
- Sofern der bereitgestellte Code ein starkes Alleinstellungsmerkmal hat, sind Lizenzen mit starker Copyleft-Wirkung (wie GPL) oder zumindest schwacher Copyleft-Wirkung (wie L-GPL, MPL) vorzuziehen, um die Verbreitung von Open Source zu fördern.
- Es sollte versucht werden, auf etablierte Lizenzen zu setzen, wie GPL, L-GPL, MPL, MIT, BSD, Apache 2.0, Boost. Das erleichtert Anwendern die Prüfung der Tauglichkeit und Kompatibilität. Vom Formulieren eigener Lizenzbedingungen wird dringend abgeraten.
Kostenpflichtige Lizenzierung
- Ist eine kostenpflichtige Lizenzierung angestrebt, wird empfohlen, den Code dennoch mit einer starken Copyleft-Lizenz (wie GPL) bereitzustellen. Bei Bedarf kann ermöglicht werden, dass wirtschaftliche Anwender die Copyleft-Wirkung im konkreten Produkt gegen Lizenzgebühren ausschließen. So wird sichergestellt, dass die Entwicklungsergebnisse dennoch für Forschungszwecke offen genutzt und weiterentwickelt werden können.
- Bei der Vergabe von Lizenzen sind die FRAND-Prinzipien zu berücksichtigen.
Daten und Open Data
Daten spielen im Forschungsbetrieb eine vielfältige Rolle. Sie können im Rahmen von Messkampagnen entstehen, durch Befragungen im Rahmen von Studien, oder künstlich durch Ansätze von Simulation oder Synthetisierung erzeugt werden. Umgekehrt können Daten auf verschiedenste Arten genutzt werden – oft auch für Anwendungen, die bei ihrer Erzeugung noch gar nicht absehbar waren. Dabei sind bei der Nutzung und Weitergabe von Daten unterschiedliche rechtliche Anforderungen, insbesondere die europäische Datenschutzgrundverordnung DSGVO zu berücksichtigen.
Wir verfolgen aktiv die Bereitstellung von Forschungsdaten als Open Data – aber auch die Bereitstellung von Daten für wirtschaftliche Anwendungen in Form von kostenpflichtigen Lizenzangeboten. Letztere sollen so gestaltet sein, dass sie die nicht-kommerzielle Forschung nicht eingrenzen. Alle Datenangebote sollen den FAIR-Prinzipien (Auffindbarkeit, Zugänglichkeit, Interpretierbarkeit, Wiederverwendbarkeit) entsprechen; kostenpflichtige Lizenzen sollen nach dem FRAND-Prinzip diskriminierungsfrei und zugänglich bereitgestellt werden.
Entscheidung und Parameter der Weitergabe
-
- Die Weitergabe von Daten wird allgemein stark ermutigt. Auch für kleinere Erhebungen oder Befragungsergebnisse kann eine Weitergabe andere Forschungsarbeiten erheblich stützen. Wenn Daten ein relevanter Teil der Forschungsarbeiten sind, und das Forschungsergebnis publiziert wird, wird deutlich zur Weitergabe der genutzten Daten geraten – vorzugsweise direkt im Rahmen der Publikation in geeigneten Archiven und Repositorien, um die wissenschaftliche Qualitätsprüfung zu ermöglichen.
- Die Weitergabe von Daten soll die folgenden Abwägungen berücksichtigen:
- Umfassender und gründlicher Schutz personenbezogener Daten und personenbeziehbarer Daten nach DSGVO.
- Schutz von geltenden Urheberrechten und Vertraulichkeitserklärungen, die potenziell mit Projektpartnern bestehen.
- Die Berücksichtigung von Exportkontrollen und -einschränkungen.
- Betreffende Lizenzbedingungen von eingeflossenen Daten dritter Bereitstellender (s.u.)
- Die Daten sollen nach Möglichkeit standardisierte Formate aus dem Anwendungsfeld nutzen, sowie über eine Dokumentation über Umfang, Annahmen, bekannte Einschränkungen und Anwendungsfälle beinhalten.
- Sofern die Daten absehbar für KI-Anwendungen tauglich sind, sind Anforderung des europäischen AI-Acts zu berücksichtigen.
- Sofern relevante Teile der Daten KI-generiert sind, ist dies kenntlich zu machen.
- Die alleinige Bereitstellung in proprietären Formaten, die ausschließlich in kommerziellen oder beschränkt zugänglichen Software-Lösungen geöffnet werden können, soll vermieden werden.
Eine Weitergabe soll bevorzugt über etablierte und offene Plattformen erfolgen, und idealerweise in etablierten Repositorien verlinkt werden. Beispiele sind RADAR4KIT, Fordatis, HuggingFace, Mobilithek. Bei RADAR4KIT existiert ein spezieller Bereich zur Assoziation der Daten mit KAMO, mit dem Ziel, die unterschiedlichen Karlsruher Mobilitätsdaten an einer Stelle gebündelt auffindbar zu machen.
Lizenzen und Lizenzbedingungen
- Sofern bestehende Daten integriert oder variiert werden, ist auf die damit verbundenen Lizenzbestimmungen zu achten. Die Urheberschaft und Quelle jedes verwendeten Dateninhalts sowie relevanter Erzeugungs- oder Verarbeitungslösungen sind in jedem Fall deutlich kenntlich zu machen.
- Sofern die bereitgestellten Daten ein starkes Alleinstellungsmerkmal haben, sind Lizenzen mit starker Copyleft-Wirkung (wie CC-BY-SA) vorzuziehen, um die Verbreitung von Open Data zu fördern. Zu einer Verwendung von mindestens CC-BY wird im Interesse der Bereitstellenden geraten.
- Es sollte versucht werden, auf etablierte Lizenzen zu setzen, insbesondere die Creative-Commons-Lizenzen. Das erleichtert Anwendern die Prüfung der Tauglichkeit und Kompatibilität. Vom Formulieren eigener Lizenzbedingungen wird dringend abgeraten.
Kostenpflichtige Lizenzierung
- Ist eine kostenpflichtige Lizenzierung angestrebt, wird empfohlen, die Daten gleichwohl mit einer Lizenz für nicht-kommerzielle Nutzung (wie unter CC-BY-NC) offen bereitzustellen. Kostenpflichtige Lizenzen können dann ein kommerzielles Nutzungsrecht etwa im konkreten Produkt einräumen. So wird sichergestellt, dass die Daten dennoch für Forschungszwecke offen genutzt werden können.
- Bei der Vergabe von Lizenzen sind die FRAND-Prinzipien zu berücksichtigen.
Publikationen und Open Access
Publikationen stellen Forschungsergebnisse für unterschiedlichste Zielgruppen dar, unter anderem: Für Forschende aus demselben Themengebiet, für interdisziplinäre andere Forschende, für Studierende, für Anwenderinnen und Entscheiderinnen aus Unternehmen und Politik, sowie für interessierte Bürgerinnen und Bürger. Sie umfassen nicht nur klassische Texte wie Berichte, Forschungspapiere, Fachbeiträge und Bücher, sondern auch Formate wie Podcasts, Videobeiträge und Social-Media-Posts. Eine besondere Rolle spielen wissenschaftliche Publikationen, die ein sogenanntes »Peer Review« durchlaufen haben, also eine wissenschaftliche Qualitätsprüfung durch andere Forschende.
Wir verfolgen aktiv die Bereitstellung von Forschungsergebnissen als Open-Access-Publikation, und die Bereitstellung von zielgruppengerechten Publikationen für ein möglichst breites Publikum. Das trägt nicht nur zu Zugänglichkeit bei, sondern auch zur Nutzung und Referenzierung der Ergebnisse durch andere Forschende. Wir unterstützen wissenschaftliche Qualitätsprüfung im Rahmen von Peer-Review-Verfahren durch bevorzugte Einreichung von wissenschaftlichen Publikationen bei Konferenzen und Journalen mit seriösem, hochwertigem Peer-Review. Auch in Formaten, die kein solches Peer Review ermöglichen (insbesondere bei Forschungskommunikation außerhalb des wissenschaftlichen Kreises) legen wir dieselben hohen Maßstäbe an Richtigkeit, Neutralität und Prüfbarkeit an. Wir unterstützen ein nachhaltiges Open-Access-Ökosystem, indem wir Journale und Magazine unterstützen, die ein durchgängiges und faires Open-Access-Konzept vertreten. Für hochwertige Publikationsformate tragen wir über Partnerinstitutionen oder das Leistungszentrum die Publikationskosten, um eine kostenlose Verfügbarkeit für Leserinnen und Leser zu gewährleisten – der sogenannte »goldene Weg« des Open Access. Das Leistungszentrum reserviert für diese Aufgabe in bestimmten Umfängen und Anwendungen Mittel. In anderen Fällen stellen wir unsere Publikationen, soweit möglich und zulässig, auf Open-Access-Plattformen wie »Preprint-Servern« zur Verfügung und nutzen die Möglichkeiten der Zweitveröffentlichung als Postprint.
Entscheidung und Parameter der Weitergabe
- Publizieren als Open Access wird stark ermutigt. Wissenschaftliche Erkenntnisse, die ausschließlich hinter Bezahlschranken (»Paywall«) verfügbar sind, sollten die Ausnahme sein.
- Folgenden Abwägungen sind allgemein berücksichtigen:
- Umfassender und gründlicher Schutz personenbezogener Daten und personenbeziehbarer Daten nach DSGVO.
- Schutz von geltenden Urheberrechten und Vertraulichkeitserklärungen, die potenziell mit Projektpartnern bestehen.
- Die Berücksichtigung von Exportkontrollen und -einschränkungen.
- Das Durchlaufen von hochwertigen Peer-Reviews für wissenschaftliche Arbeiten soll die Regel sein.
- Gemeinverständliche Forschungskommunikation soll sich, soweit möglich, auf peer-reviewte Erkenntnisse beziehen und diese referenzieren.
- Die Bereitstellung von Publikationen als Open Access soll die folgenden Abwägungen berücksichtigen:
- Betreffende rechtliche Bestimmungen der Konferenz, Tagung oder des Journals, in dem die Publikation erfolgt, sind unbedingt zu berücksichtigen.
- Hybride Open-Access-Formate (bspw. Journale, die Bezahlschranken nutzen, aber das »Freikaufen« einzelner Artikel als Open Access ermöglichen) sollen vermieden werden, da diese oft doppelte Rückflüsse (durch Veröffentlichende und Lesende) erzielen, das sogenannte »double dipping«.
- Wissenschaftliche Publikationen sollten bevorzugt auf Englisch erfolgen; gemeinverständliche Publikationen in weiteren Sprachen, insbesondere auch in Deutsch, werden begrüßt.
- Wir streben hohe wissenschaftliche Qualität an und sind uns bewusst, dass KI den Forschungsalltag mehr und mehr durchdringt. KI-Nutzung für Publikationen ist in jedem Fall transparent darzustellen. Eine vollständige Formulierung von Forschungspapieren durch KI entspricht nicht unseren Grundsätzen wissenschaftlicher Praxis.
- Die offene Bereitstellung soll bevorzugt über etablierte und offene Plattformen erfolgen, und idealerweise in etablierten Repositorien verlinkt werden. Beispiele sind arXiv, ResearchGate, KITopen, Fraunhofer Publica.
- Sofern plattformspezifische Veröffentlichungen – insbesondere im Kontext Social Media – erfolgen, soll eine Ausgewogenheit unterschiedlicher Plattformen angestrebt werden. Insbesondere ist es erwünscht, neben kommerziellen Plattformen auch offene Alternativen mit Beiträgen zu unterstützen, auch wenn diese eine geringere Reichweite beinhalten.
Lizenzen und Lizenzbedingungen
- Die Wahl der Lizenz soll unbedingt rechtliche Bestimmungen der Konferenz, Tagung oder des Journals, in dem die Publikation erfolgt, berücksichtigen, gegebenenfalls zudem Vorgaben der Institution, bei der man angesiedelt ist.
- Typische Open-Access-Lizenzen sind CC-BY und CC-BY-NC.
Kostenpflichtige Bereitstellung
- Eine kostenpflichtige Bereitstellung ist in vielen Fällen durch das Format der Publikation erforderlich. Verleger berechnen etwa Redaktions-, Layout- und Druckkosten sowohl für elektronische als auch für Print-Publikationen. Sofern diese Kosten nachvollziehbar und der Zugang diskriminierungsfrei sind, sind auch solche Publikationen zu befürworten.
Standardisierung und Normung
Standardisierung und Normung trägt dazu bei, dass Entwicklungsergebnisse marktneutral genutzt werden können, und nahtloser aufeinander aufbauen. Sie umfasst klassische nationale und internationale Normungsgremien wie DIN, ISO, ETSI; aber auch neuere und themenspezifischere Initiativen wie beispielsweise ASAM e.V. Wir engagieren uns im Rahmen von Standardisierung und Normen – durch Beteiligung an Gremien, durch die gezielte Ausleitung von Projektergebnissen in die Standardisierung, aber insbesondere auch dadurch, dass wir bestehende Standards und Normen, wo möglich, aufgreifen, nutzen, und im Bedarfsfall zur Weiterentwicklung beitragen.
Wir bevorzugen eine offene, kostenlose Bereitstellung von Standards und Normen; gleichzeitig erkennen wir an, dass erhebliche Teile der etablierten, internationalen Praxis von Standardisierung und Normung auf den kostenpflichtigen Zugang setzt. Diese Praxis begründet sich auch darin, dass Standards und Normen vielfältig für wirtschaftliche Produktentwicklung genutzt wird, und Rückflüsse für den Betrieb der Infrastruktur erforderlich sind. Sofern die Weitergabe der Standards oder Normen im Sinne der FRAND-Prinzipien diskriminierungsfrei und zugänglich erfolgt, und insbesondere sofern die Standardisierungs-organisation neutral und etabliert ist, engagieren wir uns auch ohne Vorbehalte in kostenpflichtigen Formaten.
Durch die Arbeit an Standards und Normen zielen wir insbesondere darauf, die neutrale, breite und anschlussfähige Anwendung von Wissen und Lösungen zu stützen, insbesondere auch in wirtschaftlichen Produkten und Dienstleistungen.
Entscheidung und Parameter der Weitergabe
- Die Überführung von Forschungs- und Entwicklungsergebnissen in Standards und Normen wird stark ermutigt.
- Die Bereitstellung von Standards und Normen als Open Access wird ermutigt.
- Eine frühzeitige Einbindung von Standardisierungsorganisationen in Forschungsprojekte, idealerweise bereits zum Antragszeitpunkt, wird empfohlen.
- Die Erarbeitung von Standards soll sich um eine hinreichende Breite der Konsortialpartner bemühen, um Übertragbarkeit zu gewährleisten.
- Standardessenzielle Patente sind transparent darzustellen, FRAND-Lizenzierung ist zu berücksichtigen.
Kostenpflichtige Bereitstellung
- Sofern die Weitergabe der Standards oder Normen im Sinne der FRAND-Prinzipien diskriminierungsfrei und zugänglich erfolgt, und insbesondere sofern die Standardisierungsorganisation neutral und etabliert ist, engagieren wir uns auch ohne Vorbehalte in kostenpflichtigen Formaten.
Beispiele unserer Aktivitäten
Die folgende Übersicht stellt einige Auszüge aus den Aktivitäten dar, in denen wir unsere Open-Science-Strategie in die Praxis umsetzen.




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